Ist der Judasbaum winterhart? Pflegetipps für Sommer und Winter

Der Judasbaum ist ein attraktiver Strauch mit wunderschönen in Büscheln wachsenden Blüten. Sein Verbreitungsgebiet umfasst auch den Mittelmeerraum, so dass wir ihn zu den mediterranen Pflanzen zählen können. Ob Ihr ihn in den Garten pflanzen könnt, hängt davon, ob bei Euch der Judasbaum winterhart ist. Zu dieser Frage findet Ihr hier passende Antworten zur Winterhärte sowie Tipps zu geeigneten Sorten und zur Pflege beim Judasbaum.

Der Judasbaum – Geschichte und Botanik

Der Judasbaum gehört zur weiterverbreiteten Gattung der Judasbäume, die die lateinische Bezeichnung Cercis trägt.

Verbreitung der Judasbäume

Judasbäume findet man von China über Vorderasien, Süd- und Mitteleuropa sowie Nordamerika. Die Verbreitung lässt sich auch bei einigen Arten und ihren Bezeichnung wie Cercis chinensis (Chinesischer Judasbaum), Cercis canadensis (Kanadischer Judasbaum) oder Cercis occidentalis (Westlicher Judasbaum) finden. Der bei uns übliche Gemeine Judasbaum ist der Cercis siliquastrum. Von der Art hängt es ab, ob der Judasbaum winterhart ist.

Judasbaum winterhart

Im Frühjahr begeistert der Judasbaum mit seinen wunderschön leuchtenden Blüten

Aussehen des Judasbaums

Die Judasbaum Bilder zeigen es: Der Baum mit dem biblischen Namen erreicht eine stattliche Höhe von bis zu 6 Metern. Eine Besonderheit ist die Blüte, die nicht nur an neuen Trieben sondern auch am so genannten alten Holz auftritt. Die Blüte erscheint vor dem Laub, eine weitere, attraktive Besonderheit beim Judasbaum. Das Laub ist grün-bläulich und hat die Form eines umgekehrten Herzens. Im Herbst wird es gelb und fällt ab. Die Blüte hängt in Trauben und schmetterlingsförmig, nach der Blütezeit bilden sich Schoten, die den Samen tragen.

Judasbaum winterhart

Hängende Schoten sind ein weiteres Markenzeichen für den Judasbaum

Wie kommt der Judasbaum zu seinem Namen?

Allein sein Name macht den Judasbaum bemerkenswert, den schon bald merkt man, dass der Bezug zum biblischen Verräter Judas nicht unbedingt positiv ist. Es gibt viele Spekulationen wie der Judasbaum zu seinem Trivialnamen gekommen ist. Alle beziehen sich auf die Legende, dass sich Judas nach dem Verrat an Jesus an einem Judasbaum erhängt haben soll. Einige Spekulationen sind makaber wie etwa die, dass die baumelnden Blüten und Schotten an einen Erhängten erinnern. Am plausibelsten scheint mir der Ursprung des Namens aus dem Französischen. Dort heißt der Judasbaum ‚Arbre de Judée‘, was soviel heißt wie ‚Baum aus Judea‘. Daraus wurde dann im Englischen ‚Judas Tree‘ und im Deutschen ‚Judasbaum‘.

Ist der Judasbaum winterhart?

Aufmerksame Leser werden es bereits gelesen haben: Im Herbst wirft der Gemeine Judasbaum seine Blätter ab. Das hilft ihm, durch den Winter zu kommen. Da der Judasbaum aus eher südlichen Regionen stammt, gibt es bei der Frosthärte einige, nicht gravierende Einschränkungen. Diese können mit der Auswahl des Standorts und ein wenig Winterschutz* berücksichtigt werden.

Der Standort für den Judasbaum

Damit der Judasbaum winterhart ist, sollte er einen vollsonnigen und geschützten Platz bekommen. Er bevorzug sandige, kalhaltige und durchlässige Böden, die aber auch einen gewissen Lehmanteil haben dürfen. Seine Größe, die sowohl in Höhe als auch einer Breite von bis zu sechs Metern imposant ist, erfordern einen exponierten Standort. Gebt dem Judasbaum also ein wenig Platz, diesen wird der herrliche Baum hervorragend ausfüllen.

Judasbaum

Im Sommer haben sich beim Judasbaum zahlreiche Samenschoten gebildet.

Welche Art ist geeignet

Der Gemeine Judasbaum (Cercis siliquastrum) ist in milderen Regionen unterhalb von 400 Metern problemlos winterhart. In raueren Lagen wird Cercis chinensis empfohlen. In den höheren Lagen ist also der Chinesische Judasbaum winterhart, das Gleiche gilt für den Kanadischen Judasbaum.  Wenn Ihr also einen Judasbaum kaufen wollt, achtet auf die richtige Sorte.

Winterschutz bei jungen Judasbäumen

Gerade beim Gemeinen Judasbaum, aber auch bei anderen Arten empfiehlt sich bei Jungpflanzen ein Winterschutz. Kälte, Nässe und Frost können die Pflanze belasten und das Anwachsen erschweren. Der Winterschutz* besteht aus einer Mulchschicht über dem Wurzelballen. Dieser kann aus Laub oder Stroh bestehen. Auch Reisig in Verbindung mit Laub hilft, Nässe und Kälte fernzuhalten. Wenn es bei Euch kälter ist und Ihr auf Nummer sicher gehen wollt, könnt Ihr Stamm und Äste auch noch mit einem Vlies schützen. Dieses solltet Ihr rechtzeitig im März wieder entfernen. Außerdem sollte es luftdurchlässig sein, damit keine Fäulnis und Pilze auftreten.

Die Pflege beim Judasbaum

Als Gartenpflanze ist der Judasbaum pflegeleicht. Als Pflanzzeit beim Judasbaum ist das frühe Frühjahr geeignet, aber auch im frühen Herbst könnt Ihr eine Containerpflanze pflanzen. Bei der Containerpflanze ist der Wurzelballen im Kübel, als wurzelnackte Pflanzen werden Judasbäume eher nicht angeboten.

Die Pflanzung

Das Pflanzloch für den Judasbaum solltet Ihr tief genug ausheben. Falls Euer Garten eine wasserdurchlässige Lehmschicht hat, müsst Ihr diese auflockern. Nur so ist gewährleistet, dass der Judasbaum keine Staunässe bekommt. Die Pflanzerde wird mit etwas Sand gemischt, das Verhältnis ist 4:1 Erde zu Sand. Um den Judasbaum langfristig mit Nährstoffen zu versorgen, könnt Ihr Hornspäne als organischen Dünger in das Pflanzloch geben.

Achtet beim Einpflanzen vor allem darauf, dass

  • der Baum gerade steht
  • er auch bei voller Höhe genug Licht bekommt,
  • es keine Berührung zu anderen Pflanzen gibt.

Nach dem Aufschütten der Erde wird diese fest angedrückt und gut angegossen. Nach dem Anpflanzen solltet Ihr -je nach Niederschlagssituation- ca. 3 – 5 Tage jeden Tag gießen. Das erleichtert das Anwurzeln. Bei einem großen Judasbaum kann der Stamm mit einem Pflanzholz befestigt werden, damit er gerade und stabil bleibt.

Den Judasbaum schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt oder gar Rückschnitt beim Judasbaum ist nicht erforderlich. Wenn Ihr den Judasbaum schneiden wollt, dann nur im Rahmen des üblichen Erhaltungsschnitts oder bei einem zurückhaltenden Erziehungsschnitt.

Beim Erhaltungsschnitt werden abgestorbene Äste und Zweige entfernt. Beim Erziehungsschnitt wird die Krone nach ästhetischen Gesichtspunkten in Form gebracht. Wenn Ihr einen Hochstamm ausbilden wollt, müsst Ihr systematisch untere Triebe entfernen.

Das Rezept wird auf der nächsten Seite fortgesetzt (>)